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Neues Jahr. Neuer Blick auf Gesundheit. Salutogenese statt Angst.

Mein erster bewusster Kontakt mit der Salutogenese entstand an der Baldegger Schule für Gesundheit- und Krankenpflege. Damals konnte ich noch nicht in Worte fassen, warum mich dieses Konzept so tief berührte. Neben der Salutogenese begegnete ich dort auch ganzheitlichen Ansätzen wie natürlichem Heilmittel, Heilkräuter und Wickel. Ein Wissen, das weit über das rein Technische hinausging und mich auf einer tieferen Ebene ansprach.


In meiner Arbeit im Akutspital lernte ich gleichzeitig die enorme Bedeutung der Schulmedizin kennen und schätzen. Ihre Möglichkeiten sind oft lebensrettend. Diesen Sommer war das Kinderspital die Rettung für unser Tochter. Dafür bin ich von Herzen dankbar.

Und doch zeigte sich für mich auch ein Paradox: Der Auslöser ihrer Krise war ein Medikament.

Diese Erfahrung und weitere Erfahrungen haben meinen Blick geschärft. Nicht weg von der Schulmedizin, sondern hin zu einem bewussten Hinschauen. Denn so wertvoll medizinische Interventionen sind, so deutlich wurde mir auch, wie sehr unser heutiges Gesundheitssystem von Angst geprägt ist.


Warum Angst Heilung blockiert

Angst vor Krankheit. Angst, etwas zu übersehen. Angst vor Risiken und Abweichungen von der Norm. Vorsorge, Diagnosen und Behandlungen entstehen oft aus dem Wunsch nach Sicherheit und erzeugen doch nicht selten das Gegenteil: einen dauerhaften inneren Alarmzustand.

Gesundheit wird so wenig gefördert als vielmehr überwacht. Diagnosen können entlasten und Orientierung geben, aber auch verengen. Für manche werden sie unmerklich zur Identität. Verantwortung und Selbstwirksamkeit treten dabei in den Hintergrund.

Besonders achtsam bin ich beim Thema Kinder. Wenn Verhaltensweisen sehr früh diagnostisch benannt werden, kann das helfen, aber auch etwas festschreiben, das eigentlich in Entwicklung ist. Kinder reagieren sensibel auf ihr Umfeld und zeigen oft keine „Störung“, sondern Hinweise auf Prägungen, Beziehungen oder ein Schulsystem, das nicht immer den heutigen Bedürfnissen entspricht. Angst jedoch verengt Entwicklung und ist kein fruchtbarer Boden für Heilung.


Und genau hier setzt die Salutogenese an.

Sie fragt nicht zuerst, was krank macht, sondern was gesund erhält. Denn Gesundheit wird nicht länger als etwas verstanden, das von außen repariert werden muss, sondern als ein innerer Prozess, der aktiv gestaltet werden kann.


Das Kohärenzgefühl als Schlüssel zur Gesundheit

Der Soziologe Aaron Antonovsky stelle das Kohärenzgefühl ins Zentrum, bestehend aus Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit.

Gesundheit entsteht dort, wo Menschen ihr Leben einordnen können, sich handlungsfähig erleben und einen Sinn in ihrem Weg erkennen.

Salutogenese erinnert und daran, dass Stress, Krisen zum Leben gehören. Entscheidend ist nicht ihre Abwesenheit, sondern wie wir ihnen begegnen. Sehr oft ist es Angst, die Gesundheit blockiert. Leise, tief wirksam und häufig früh geprägt. Trauma muss dabei kein einzelnes extremes Ereignis sein. Auch anhaltende Überforderung oder emotionale Unsicherheit können Spuren im Nervensystem hinterlassen. Heilung geschieht, wenn diese Muster behutsam in Bewegung kommen dürfen. Durch Sicherheit, Beziehung und das Stärken von vorhandenen Ressourcen.


Gesundheit ist ein Weg kein Zustand

Gerade im Bereich der Traumaheilung begegne ich auch viel Unsicherheit. Schnell-versprechen und zu frühes Öffnen alter Wunden können mehr schaden als heilen.

In meiner Arbeit ist Traumasensibilität zentral. Heilung geschieht nicht durch das erneute Durchleben, sondern durch einen sicheren, getragenen Rahmen. Ich arbeite stellvertretend und ressourcenorientiert, die Integration erfolgt bewusst und alltagstauglich, in einem Tempo, das das dein Nervensystem mittragen kann. Echte Heilung braucht Zeit, Geduld und Respekt vor der inneren Weisheit jedes Menschen.

Salutogenese erinnert uns daran, dass Gesundheit kein fixer Zustand ist, sondern ein Weg. Ein Weg, auf dem nicht die Abwesenheit von Krankheit zählt, sondern die Beziehungen zu uns selbst, zu unserem Körper und zu unserem Leben.



Vielleicht magst du dir zum Abschluss ein paar Sätze mitnehmen, nicht als Technik, sondern als innerer Ausrichtung:

·       Ich verstehe mich und mein Erleben immer besser

·       Ich habe Ressourcen, um mit den Herausforderungen meines Lebens umzugehen.

·       Mein Weg darf Sinn machen, auch wenn er nicht immer leicht ist.

·       Ich darf meinem inneren Rhythmus vertrauen.

·       Gesundheit entsteht dort, wo ich mich mir selbst zuwende.


Heilung beginnt dort, wo Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit wieder zusammenfinden und Angst leiser werden darf.


Wenn du spürst, dass dich dieser salutogenetische Blick auf Gesundheit anspricht, begleite ich dich gerne auf diesem Weg, in deinem Tempo, von Herz zu Herz.

Cornelia

Praxis Seelengarten

 

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