Manche Schultern tragen mehr als wir bewusst wahrnehmen.
- Cornelia Felber-Kunz

- 26. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Körperflüstern - Serie 3/10 : Schultern: Verantwortung
Viele Menschen kennen Spannungen im Schulter und Nackenbereich. Manchmal ist sie klar zuzuordnen: Arbeit, Stress, lange Tage und wenig Pausen.
Doch manchmal bleibt sie, auch wenn sich im Aussen nichts mehr eindeutig erklären lässt.
Der Nacken zieht sich hoch. Die Schultern bleiben angespannt. Als würde etwas getragen werden, dass nicht einfach abgestellt werden kann.

Wie sich das im Körper zeigt:
Viele merken erst beim Ausatmen, wie hoch ihre Schultern eigentlich gezogen sind,
oder wie schwer die Schultern wirken, als läge eine unsichtbare Last darauf.
Vielleicht hast du das Gefühl, dass deine Schultern unbewusst näher zu den Ohren wandern,
als ob sie den Kopf stützen.
Zwischen den Schulterblättern entsteht manchmal ein dumpfes Ziehen, als würde der Körper dort etwas festhalten.
Andere beschreiben ein Ziehen vom Nacken, als würde dort eine feste Schnur verlaufen, die den Kopf nach hinten oder oben zieht. Ja und daraus auch Kopfschmerzen oder Augenbeschwerden entstehen können. Vielleicht bemerkst du auch erst bei einer Massage wie verspannt du wirklich bist, und was deine Schultern halten.
Eine Spur tiefer:
Schultern und Nacken gehören zu den Bereichen, die den Kopf tragen und den Körper aufrichten.
Wenn im Inneren viel Verantwortung oder Anspannung erlebt wird, reagiert dieser Bereich häufig mit Spannung. Also in Zeiten von Stress, viel Arbeit oder Überlastung.
Viele Menschen kennen den Satz: “Ich trage zu viel auf meinen Schultern.”
Der Körper nimmt solche inneren Zustände oft sehr wörtlich.
Zu viel Tragen hat manchmal seine Wurzel im:
sich ständig zuständig fühlen
Überverantwortung: wenn ich es nicht mache, macht es niemand richtig.
keine Schwäche erlauben, ungern Hilfe annehmen
viel emotional auffangen
nicht gesetzte Grenzen, zurückgehaltene Konflikte
Die Muskulatur spannt an, um Halt zu geben.
Manchmal beginnt solche Muster auch sehr früh im Leben. Noch bevor Worte oder Bewusstsein Erinnerung daran gibt. In einer Zeit, in der der Körper vor allem reagiert auf Nähe, auf Umgebung, auf Sicherheit oder Unsicherheit.
Oder wenn Kinder lernen, stark zu sein, sich anzupassen und Situationen zusammenhalten.
Mögliche Worte aus der Kindheit:
Reiss dich zusammen.....
Du musst stark sein....
Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen....
Auf dich muss man sich verlassen können...
Belaste andere nicht mit deinen Problemen...
Wenn du es richtig machen willst, musst du es selbst machen...
Man hilft einander...
Der Körper speichert diese Prägungen, diese Haltung, ja diese entstandene Spannung daraus. Es ist Strategie geworden, um Stabilität zu schaffen.
Manche dieser frühen Spannungsformen tauche später wieder auf, in Momenten in denen viel getragen, angepasst oder innerlich reguliert wird.
Daher ist es so wichtig sich diesen Kindheitsthemen anzunehmen.
Mit der Methode Energetic trauma Healing arbeite ich traumasensibel. Das bedeutet du musst nicht die ganze Kindheit nochmals erleben und tief aufwühlen. Sondern ich setzte gezielte Heilimpulse, unterstütze deine Ressourcen und wir schauen gemeinsam was und wie im Leben umgesetzt werden kann. Ich verbinde mich direkt mit dem Bewusstsein deines inneren Kindes und schaue was es damals gebraucht hätte. Denn es reicht nicht aus, einfach ein paar Glaubenssätze neu zu formulieren.
Manchmal kann die Wurzel der Nackenverspannung auch in einer flachen oder angespannte Atmung liegen, dann wenn die Atemhilftsmuskeln dabei stark genutzt werden.
In einem meiner nächsten Körperflüstenblog widmen wir uns der Atmung.
Kurzes Köperlauschen

Vielleicht magst du für einen Moment still werden.
Spüre kurz in deine Schulten.
Sind sie weich oder leicht angehoben?
Müssen sie gerade etwas tragen, halten oder kontrollieren?
Wie fühlt sich dein Nacken an?
Weit oder angespannt?
Gibt es Druck, Anspannung oder das Gefühl, ständig bereit sein zu müssen?
Manchmal beginnt Entlastung damit wahrzunehmen, wie viel der Körper gerade trägt.
Wenn dein Körper hier etwas flüstert, beurteile es nicht.
Nimm es einfach wahr.
Reflexion
Nimm dir kurz einen Moment und Frage dich:
Was tragen deine Schultern gerade?
Wo in meinem Leben habe ich das Gefühl, ständig alles tragen zu müssen?
Welche Verantwortung übernehme ich, obwohl sie eigentlich nicht meine ist?
Fällt es mir schwer, Unterstützung anzunehmen oder Kontrolle abzugeben?
Wo halte ich dauerhaft durch, obwohl ich innerlich längst erschöpft bin?
Seelengartenwerkzeug

Selbst wenn innere Kind Themen aufgearbeitet wurden, Verantwortung bewusster gelebt wird und sich im Aussen bereits vieles verändert hat, können Schulterverspannungen manchmal bestehen bleiben.
Dann lohnt sich auch der Blick auf tiefer übernommene Muster. Denn nicht jede Last beginnt im eigenen Leben. Manche Menschen tragen unbewusste Haltungen, Spannungen oder innerer Aufträge die bereits über Generationen geprägt wurden. Sei es Druck, Verlust, Überlebensstrategie, emotionale Härte oder das Gefühl, stark sein zu müssen.
Gerade die Schultern reagieren häufig dort, wo über lange Zeit getragen, ausgehalten oder zurückgestellt werden musste. Der Körper fungiert hier als Bote. Die alten Geschichten möchten gewürdigt und erkannt werden.
Melde dich gerne wenn du mit Ahnenthemen Unterstützung benötigst. Die Themen spiegeln sich in deinen nächsten Beziehungen zu deinen Eltern oder Partnern.
Es kann so so viel bewirken für dich und deine Nachkommen, diese Lasten nicht mehr zu tragen und Leichtigkeit Einzuladen.
Zurück zur Wurzeln des Körper
Herzlich Cornelia



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