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Zwerchfell

Der stille Atemboden


Körperflüstern - Serie 6/10 : Zwerchfell: Schutz und Schreck


Zwischen Brust und Bauch liegt ein Muskel unseres Atemsystems: das Zwerchfell.

Mit jedem Atemzug bewegt es sich sanft auf und ab. Meist unbemerkt. Und doch spielt es eine wichtige Rolle für das Zusammenspiel von Atem, Körper und innerer Regulation.

Wenn das Zwerchfell frei beweglich ist, kann sich der Atem im Körper ausbreiten. Viele Menschen erleben dabei ein Gefühl von Weite und innerer Beweglichkeit.




Wie sich das im Körper zeigt:


Manchmal verändert sich diese Beweglichkeit.

Es entsteht ein Druck unterhalb des Rippenbogens.

Der Atem wird flacher.


Die Körpermitte fühlt sich eng oder angespannt an.

Manche Menschen haben das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können oder ständig „unter Strom" zu stehen.

Oft zeigt sich dies in Phasen von Stress, Anspannung oder Überforderung.

Ein Seufzer bleibt stecken.

Ein Weinen wird zurückgehalten.

Der Körper hält fest.



Eine Spur tiefer:

Nicht jeder Schreck ist ein grosses Trauma.

Manchmal reicht ein Moment im Alltag, der uns für einen Augenblick den Atem stocken lässt.

Eine unerwartete Nachricht.

Ein Konflikt.

Ein Vorwurf.

Ein Erschrecken.

Ein Moment, in dem wir uns überfordert, alleine oder nicht sicher fühlen.

In solchen Situationen spannt sich das Zwerchfell an und der Atem hält für einen Moment inne.

Das ist keine Fehlfunktion.

Es ist eine Schutzreaktion des Körpers.

Wiederholen sich solche Momente über längere Zeit, kann der Körper lernen, diese Spannung festzuhalten, auch wenn die Situation längst vorbei ist.

Vielleicht geht es deshalb nicht immer darum, tiefer zu atmen.

Vielleicht geht es darum zu verstehen, was dem Körper einst den Atem genommen hat.




Kurzes Körperlauschen

Lege, wenn es sich angenehm anfühlt, eine Hand auf deine Körpermitte.


Spüre einen Moment nach.


Wie fühlt sich der Raum unterhalb der Rippen gerade an?

Eher weit oder eher eng?

Eher bewegt oder still?


Manchmal genügt es, den Atem einfach kommen und gehen zu lassen, ohne ihn verändern zu wollen.



Reflexion
  • Wann bleibt mir im Alltag sprichwörtlich die Luft weg?

  • In welchen Situationen spanne ich unbewusst an?

  • Was versuche ich festzuhalten, obwohl mein Körper vielleicht längst loslassen möchte?

  • Was würde mein Zwerchfell erzählen, wenn es sprechen könnte?




Seelengartenwerkzeug

Atem reagiert auf Sicherheit.

Er lässt sich nicht erzwingen.

Doch er kann sich verändern, wenn sich die inneren oder äusseren Bedingungen verändern.

Manchmal beginnt dieser Wandel ganz leise:

Weniger Halten.

Mehr Raum.

Weniger Schutzspannung.

Mehr Vertrauen.


Zurück zur Mitte

Der Atem ist ein stiller Begleiter.

Er reagiert, ohne zu bewerten.

Ein Atemzug nach dem anderen.

Herzlich

Cornelia



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Herzlich Cornelia




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