Fiini Chend: Wenn der Kopf zu viel trägt und der Körper müde wird.
In den letzten Tagen habe ich etwas beobachtet, das mir bei feinen Kindern immer wieder begegnet:
Müde Arme. Müde Beine. Schwere Körper.
Gerade jetzt, in dieser heissen Zeit, scheint bei manchen Kindern besonders viel im Kopf und im oberen Wahrnehmungsfeld zu sein. Oder gerade jetzt wo die Schule wieder gestartet hat.
Vielleicht kennst du das von deinem Kind:
Es nimmt unglaublich viel wahr.
Die Stimmung im Raum.
Geräusche, die andere kaum bemerken.
Menschen. Bewegungen. Veränderungen.
Vielleicht sogar Dinge, für die es selbst gar keine Worte hat.
Und irgendwann ist einfach genug.
Dann ist der Kopf voll und der Körper müde.

Eine andere Sicht auf feine Kinder
In meiner Arbeit mit feinen Kindern schaue ich manchmal auch auf das sogenannte 8. Chakra, das sich oberhalb des Kopfes befindet.
In meiner energetischen Wahrnehmung kann sich dieses Feld bei manchen Kindern sehr weit und offen zeigen. Ich verbinde damit Wahrnehmung, Verbindung und die Aufnahme feiner Informationen.
Meine Frage ist dann nicht:
Wie können wir dieses Kind weniger fein machen?
Sondern:
Wie kann all das, was es wahrnimmt, wieder gut im eigenen Körper ankommen?
Denn Feinfühligkeit ist für mich kein Fehler, den wir korrigieren müssen.
Sie ist eine Qualität.
Aber auch eine Qualität braucht einen Körper, der sie halten kann.
Wenn äusserliche Erdung nicht ganz reicht
Viele Eltern wissen bereits, wie wichtig Erdung für feine Kinder sein kann.
Barfuss im Gras.
Im Wald sein.
Die Füsse spüren.
Auf der Erde spielen.
Und trotzdem kann ich in meiner Arbeit manchmal erleben, dass sich ein Kind äusserlich sehr geerdet und innerlich trotzdem noch nicht ganz angekommen anfühlt.
Das ist für mich ein wichtiger Unterschied.
Denn vielleicht beginnt Erdung nicht immer bei den Füssen.
Vielleicht beginnt sie manchmal bei einer viel tieferen Frage:
Darf ich wirklich hier sein?
Wenn ein Teil noch „oben“ bleiben möchte
Gerade bei Kindern, die bereits sehr früh eine tiefe Trennung erlebt haben, kann das Thema Erdung eine ganz eigene Bedeutung bekommen.
Hier berührt mich besonders das Thema des alleingeborenen Zwillings.
Wenn ein Kind seinen Zwilling sehr früh verloren hat, vielleicht am Anfang einer Schwangerschaft, kann sich in meiner energetischen Arbeit manchmal das Bild zeigen, dass ein Teil dieser Verbindung noch sehr stark im geistigen oder spirituellen Raum gehalten wird.
Nicht, weil das Kind bewusst dort bleiben möchte.
Sondern vielleicht aus einer tiefen Verbundenheit heraus:
Ich möchte dich nicht vergessen.
Ich möchte dich nicht verlassen.
Ich möchte dich nicht alleine lassen.
Und vielleicht liegt darin manchmal auch eine feine Angst vor dem vollständigen Ankommen auf der Erde.
Denn Ankommen kann sich auf einer tiefen Ebene auch bedeuten wie:
Ich bin hier.
Und du bist nicht hier.

Das kann eine sehr berührende Erfahrung sein.
Deshalb geht es für mich bei solchen Themen nicht darum, ein Kind einfach stärker zu erden oder eine Verbindung zum Zwilling wegzunehmen.
Ich möchte vielmehr mit der Seele des Kindes in Kontakt gehen.
Und wenn es sich stimmig zeigt, darf auch der Zwilling mit einbezogen werden.
Ihr dürft beide euren Platz haben.
Du darfst hier auf der Erde sein.
Und eure Verbindung darf trotzdem bestehen bleiben.
In seltenen Fällen kann sich in meiner Arbeit auch eine andere Dynamik zeigen: dass sich die Verbindung nicht nur nährend, sondern auch fordernd anfühlt.
Trauer. Sehnsucht. Festhalten.
Und manchmal auch etwas, das sich wie Neid oder ein innerer Konflikt anfühlt, wenn sich etwas in der ursprünglichen Verbindung oder den inneren „Absprachen“ nicht stimmig anfühlt.
Auch dann geht es nicht darum, den Zwilling wegzuschieben.
Es geht darum, dass beide einen guten Platz einnehmen können. Vielleicht braucht es nochmals ein gemeinsames Gespräch auf der Seelenebene.
Das Kind muss nicht alleine ankommen
Gerade bei feinen Kindern kann die eigene Regulation noch stark davon abhängen, was ihr Umfeld ausstrahlt.
Ein Kind muss nicht lernen, sich alleine zu beruhigen, wenn rundherum selbst viel Unruhe, Angst oder Anspannung vorhanden ist.
Deshalb spielen auch die Eltern eine wichtige Rolle.
Nicht indem sie sagen:
„Du musst dich jetzt erden, lauf barfuss.“
Sondern indem sie selbst Sicherheit und Boden ausstrahlen.
Ein ruhiger Körper.
Eine klare Präsenz.
Ein Gefühl von:
Du darfst hier sein.
Ich bin da.
Die Erde trägt dich.
Manchmal beginnt die Erdung des Kindes damit, dass die Erwachsenen selbst wieder Boden unter den Füssen spüren.
Wenn die Energie wieder fliessen darf
In meiner energetischen Arbeit arbeite ich gerne mit dem Bild eines kühlen Wasserfalls.
Vom oberen Wahrnehmungsfeld über den Hinterkopf, sanft entlang der Wirbelsäule nach unten.
Durch den Rücken - ins Becken - ins Kreuzbein- und schliesslich in die Erde.
Wie Wasser, das seinen Weg findet.
Von oben nach unten. Vom Wahrnehmen ins Spüren. Vom Kopf zurück in den Körper.
Vielleicht ist genau das manchmal die Bewegung, die ein feines Kind braucht:
Nicht weniger wahrnehmen.
Sondern mehr im eigenen Körper ankommen.
Nicht die Verbindung nach oben verlieren.
Sondern gleichzeitig eine Verbindung nach unten aufbauen.
Wasser und das Lotusmudra
Nach diesen heissen Tagen regnet es endlich.
Ich mag dieses Bild sehr. Die Hitze lässt nach. Die Erde wird weich.
Wasser fällt vom Himmel und findet seinen Weg nach unten.
Auch in meiner Arbeit nutze ich manchmal solche Bilder und kleine Rituale.
Zum Beispiel das Lotusmudra.
Für mich trägt es etwas von Öffnung und gleichzeitig von Ruhe in sich.
Verbunden mit dem Element Wasser kann es zu einem schönen kleinen Ritual werden:
Setzt euch gemeinsam hin.
Spürt eure Füsse.
Lasst die Hände in das Lotusmudra kommen. Wie eine blühende Seerose.
Atmet ruhig.
Und stellt euch vor, wie alles, was heute zu viel war, langsam nach unten fliessen darf.
Nicht weg.
Einfach Ankommen in diesem Moment.
Vielleicht magst du dein Kind heute einmal anders beobachten
Nicht mit der Frage:
Was stimmt hier nicht?
Sondern einfach mit offenem Blick.
Wirkt mein Kind wirklich angekommen?
Oder ist sein Körper zwar hier, während ein Teil seiner Aufmerksamkeit noch ganz woanders zu sein scheint?
Vielleicht beginnt Erdung nicht bei den Füssen.
Vielleicht beginnt sie bei der Frage:
Darf ich wirklich hier sein?
Und vielleicht darf die Antwort ganz einfach sein:
Ja.
Du darfst hier sein.
Du darfst fein sein.
Du darfst verbunden bleiben.
Und du darfst deinen eigenen Platz auf dieser Erde einnehmen.
Denn genau darum geht es mir in meiner Arbeit mit feinen Kindern:
Nicht darum, ihre Feinfühligkeit wegzumachen.
Sondern ihnen zu helfen, einen guten Platz dafür in ihrem Körper zu finden.
🌿 Das Kind darf fein bleiben.
Es darf nur lernen, sich darin sicher zu fühlen.
Herzlich Cornelia
Praxis Seelengarten




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