Deine tiefste Kraft liegt im im Becken.
- Cornelia Felber-Kunz

- 29. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Körperflüstern - Serie 8/10 : Becken: Lebensenergie & Stabilität
Das Becken bildet die Mitte unseres Körpers.
Hier verbinden sich Ober- und Unterkörper.
Hier entsteht unsere Aufrichtung.
Das Becken trägt Gewicht und es trägt Bewegung.
Es trägt uns durch das Leben.
Wenn dieser Bereich ruhig und getragen ist, kann sich der ganze Körper freier bewegen.

Wie sich das im Körper zeigt:
Manchmal verändert sich diese innere Stabilität.
Vielleicht spürst du im Becken eine feine oder auch deutliche Spannung.
Die Hüfte fühlen sich unbeweglich an.
Der untere Bauch fühlt sich fest oder zurückgezogen.
Manchmal zeigt sich ein Ziehen im unteren Rücken
oder rund um das Iliosakralgelenk,
dort, wo Wirbelsäule und Becken sich verbinden.
Manche beschreiben das Gefühl, als würden sie ihre eigene Kraft
im Becken kaum spüren. Als läge dort eine Energie,
die nicht ganz frei fliessen kann. Manche Menschen spüren im Becken
ein Gefühl von Unsicherheit in der eigenen Mitte.
Das Stehen wirkt dann weniger selbstverstädnlich.
Das Sitzen braucht mehr Anpassung.
Der Körper sucht ständig nach einer Position, die sich sicher genug anfühlt.
Stabilität wird nicht einfach gefunden, sondern eher hergestellt durch Halten.
Eine Spur tiefer:
Das Becken ist eng verbunden mit unserem Gefühl von Sicherheit.
Hier liegt unser körperlicher Schwerpunkt. Hier beginnt unsere Aufrichtung. Wenn wir uns innerlich sicher fühlen, kann dieses Zentrum weich und tragend sein. Manchmal jedoch hat der Körper früh gelernt, sich zu schützen.
Schon in sehr frühen Lebensphasen reagiert der Körper auf Enge, Stress oder emotionale Spannung.
Nicht als Erinnerung im Kopf, sondern als Erfahrung im Gewebe.
Dann kann es sein, dass sich im Becken unbewusst Spannung hält, weil der Körper versucht hier Stabilität herzustellen.
Gefühle wie Unsicherheit, Scham oder Überforderung können sich in diesem Bereich verdichten, ohne dass sie klar benennt werden müssen.
Auch das Iliosakralgelenk reagiert sensibel auf diese innere Spannungen, weil hier Bewegung und Halt direkt aufeinandertreffen.
Wenn innerer Sicherheit fehlt, versucht der Körper oft, sie über Spannung zu ersetzen.
Halten wir dann zur Form von Schutz.
Vielleicht liegt genau hier auch eine ganz frühe Körpererinnerung verborgen, aus der pränatalen Phase, in der unser erstes Erleben von Enge, Halt und Sicherheit entsteht. Diese tieferen Ebenen unseres Körpergedächtnisses sind oft nicht bewusst zugänglich und wirken dennoch im heutigen Empfinden mit.
Kurzes Körperlauschen

Lege eine Hand auf deinen unteren Bauch oder dein Becken.
Spüre eine Moment nach.
Wie fühlt sich dieser Bereich gerade an?
Weich oder angespannt?
Tragend oder eher fest?
Stabil oder suchend?
Du musst nichts verändern.
Manchmal beginnt Veränderung bereits beim Wahrnehmen.
Reflexion
Wie fühlt sich dein Becken im Alltag an?
Gibt es Situationen, in denen du deine Mitte klar spürst?
Oder Momente, in denen sie sich eher entzogen anfühlt?
Wie reagiert dein Körper auf Unsicherheit oder Stress?
Und was würde sich verändern, wenn dein Becken sich wieder mehr getragen anfühlen dürfte?
Seelengartenwerkzeug



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