Wenn der Kiefer festhält, hält der Körper mit.
- Cornelia Felber-Kunz

- 18. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Körperflüstern- Serie 1/10 : Kiefer: Festhalten
Manche Spannungen im Körper sind so vertraut geworden, dass wir sie kaum noch bemerken. Der Kiefer gehört oft dazu.
Viele Menschen pressen unbewusst die Zähne zusammen, nachts im Schlaf oder auch tagsüber in Momenten von Konzentration oder innerem Druck.

Wie sich das im Körper zeigt:
Vielleicht bemerkst du, ein feines Zittern im Kiefer oder den Lippen, wenn du versucht, den Kiefer locker zu lassen.
Eine elektrische Spannung, die plötzlich spürbar wird.
Vielleicht treten die Kaumuskeln deutlich hervor und werden hart, besonders in Stressmomenten.
Als würdest du etwas zwischen den Zähnen festhalten.
Manchmal wirkt der Kiefer wie ein massiver Steinblock. Der Mund öffnet sich beim Sprechen nur wenig, die Zähne berühren sich fest.
Bleibt diese Spannung länger bestehen, überträgt sie sich oft weiter. In den Nacken, in die Schultern, bis in den Kopf.
Ein dumpfer Druck kann entstehen, wie unter einem zu engen Helm.
Manche spüren ein Pochen an den Schläfen.
Andere einen brennenden Schmerz im Nacken, der bis zwischen die Schulterblätter zieht.
Eine Spur tiefer:
Viele Spannungen im Körper entstehen nicht bewusst. Wir haben gelernt durchzuhalten, uns zusammenzunehmen oder die Zähne zusammenzubeissen. Der Kiefer wird dabei oft zum stillen Ausdruck dieses Durchhaltens.
Der Kiefer steht eng mit unserem Überlebenssystem in Verbindung.
Schon früh im Leben spielt der Mundraum eine zentrale Rolle. Der erste aktive Reflex eines Säuglings ist der Saugreflex. Nahrung, Nähe und Bindung entstehen hier.
Wenn in dieser frühen Phase Stress oder Unsicherheit erlebt werden, kann der Körper diese Spannung auch im Kieferbereich speichern. Das Nervensystem speichert frühe Erfahrungen als leise Grundspannung, wenn Halt nicht selbstverständlich war.
Manche Menschen beschreiben es später wie ein inneres Zähne zusammenbeißen. Ein stilles Durchhalten. Gefühle werden gehalten. Worte bleiben unausgesprochen.
Der Kiefer wird zu einem Ort des festgehaltenen Ausdrucks.
Doch er steht selten alleine unter Spannung. Oft setzt sich diese Anspannung im Kopf fort. Dort wo Gedanken versuchen Ordnung zu halten.
Kurzes Köperlauschen
Lege für einen Moment die Aufmerksamkeit auf deinen Kiefer.

Berühren sich deine Zähne gerade?
Lass einen kleinen Spalt zwischen Ober- und Unterkiefer entstehen. Die Zunge liegt weich im Mundraum.
Atme einmal langsam aus.
Vielleicht bemerkst du, wie sich der Kiefer ein wenig löst oder wie der Atem tiefer sinkt.
Mehr musst du nicht tun, nur wahrnehmen.
Vielleicht beginnt Halt genau in solchen kleinen Momenten des Zuhörens.
Reflexion
Der Kiefer flüstert dir vielleicht folgende Fragen:
Was halte ich gerade fest?
In welchen Momenten im Alltag bemerkst du, dass dein Kiefer angespannt ist?
Gibt es Situationen, in denen du innerlich "die Zähne zusammenbeisst"?
Welche Worte bleiben manchmal unausgesprochen?
Welche Gefühle hält dein Körper vielleicht zurück?
Was würde sich verändern, wenn du deinem Kiefer für einen Moment erlaubst, weich zu werden?
Seelengartenwerkzeug

Dein Körper flüstert dir hier was zu?
Vielleicht hast du eine Beissschiene vom Zahnarzt bekommen.
Und doch kommt der Wunsch auf, hier an die Wurzel zu gehen statt Symptome zu behandeln.
Dann bist du in meinem Raum richtig.
Im Seelengärtnern kommt an erster Stelle immer eine umfassende Bodenprobe. Wo hat sich diese Spannung aufgebaut, sich das erste Mal gezeigt. Ich Reise an den Ursprung, ins Unbewusste und decke für dich auf, was war, versorge den Boden und Stärke dich. Seelengärtnern musst du dann selber, denn Wurzeln brauchen Zeit und Aufmerksamkeit um tiefen Halt zu finden. Wenn diese Sicherheit und Halt auch im realen Leben wieder da ist, helfe ich mit Körperarbeit dabei die Spannungen abzubauen und auch energetische Speicher zu leeren.
Dann kannst du deine Beisschiene im hochen Bogen fliegen lassen.
Zurück zur Wurzeln des Körper
Herzlich Cornelia



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